Lehmputz


Die Verwendung von Lehmputz zählt zu den ältesten Bautechniken der Geschichte, da die Rohstoffe weit verbreitet, leicht verfügbar und ideal zu verarbeiten sind. Lange Transportwege entfallen, der Abbau ist einfach und die Verarbeitung erfolgt ohne den Zusatz von chemischen Stoffen. Auch die Haltbarkeit von Lehmgebäuden ist mit mehreren Jahrhunderten unübertroffen. 

 

Lehmputz wird als Wand- und Deckenputz sowohl im Innen- als auch im Außenbereich eingesetzt. Der Einsatz von Lehmputzen bei der Gestaltung von Innenräumen und Außenwänden erzeugt durch spezielle Anwendungsformen eine dekorative Wirkung, so etwa als farbiger Dekorputz.

Lehm ist ein Baustoff, der Tradition und Moderne verbindet

In vielen unserer Kulturgüter finden sich Lehmbaustoffe und insbesondere Lehmputze. Die Gründe hierfür liegen auf der Hand: kaum ein anderer Baustoff besitzt so entscheidende Vorteile bezüglich der bau-physikalischen Eigenschaften und ist doch so leicht verfügbar. Durch seine Wiederverwertbarkeit und die leichte Handhabung ist Lehm ein anwendungsfreundlicher Baustoff.

 

Putze sind das wichtigste Gestaltungsmittel für Innen- und Außenwände. Durch ihre Formbarkeit und ihre Zusammensetzung bieten Lehmputze eine große Gestaltungsfreiheit in der Oberfläche. Von stark strukturiert bis zu fein geglättet, von streichfähiger Fläche bis zum farbig verputzten Oberflächenfinish – mit den verschiedenen Lehmputzen von conluto ist alles möglich.

 

Conluto Lehmputze erfüllen alle Voraussetzungen, die für die Dauerhaftigkeit von Putzen erforderlich sind: gute Haftung, ausreichende Festigkeit und hervorragende Verarbeitbarkeit. Für die Ausführungen sind die Lehmbauregeln des Dachverbandes Lehm (4.5) als anerkannte Regeln der Technik ausschlaggebend.

Eigenschaften von Lehmputz

Trocknungsverhalten:

Lehmputze trocknen rein physikalisch, dies bedeutet, sie geben die Feuchtigkeit an die Umgebungsluft ab und erlangen dadurch ihre Festigkeit. Sie können durch Zugabe von Wasser wieder plastisch und formbar gemacht werden. Dieser Vorgang ermöglicht eine Verarbeitung ohne Zeitdruck und eine Wiederverwertbarkeit des Lehms ohne hohen Energieaufwand.

 

Feuchtetransport:

Lehmputze haben eine hohe kapillare Leitfähigkeit bei einer niedrigen Ausgleichsfeuchte. Dies ermöglicht einen schnellen Feuchtetransport, der besonders bei Fachwerkbauten zu einem Schutz des Holzes führt.

 

Positives Raumklima

Lehmputz ist in der Lage, Schwankungen der Raumluftfeuchte (z. B. aufgrund von Duschen, Kochen, Heizen) durch Zwischenspeicherung und Wiederabgabe von Wasserdampf abzupuffern. Diese Materialeigenschaft wird als Sorptionsvermögen bezeichnet.

 

Leichte Anwendbarkeit

conluto Lehmputze sind einfach und problemlos zu handhaben. Sie sind in handelsüblichen Abpackungen erhältlich und können sowohl per Hand als auch mit Putzmaschinen verarbeitet werden.

 

Elektrostatische Neutralität

conluto Lehmputze sind elektrostatisch neutral und ziehen somit nicht unnötig Staub- und Schmutzpartikel an.

 

Absorption von Gerüchen und Bindung von Schadstoffen

Die im Lehm enthaltenen Tonminerale sind in der Lage, Fremdstoffe und Schadstoffe zu binden. So wird auch oft davon gesprochen, dass der Lehm die Raumluft „reinigt“. Diese reinigende Wirkung wird auch in der Heilpraxis (Heilerde) bei Asthmabeschwerden und bei der Abwasserreinigung genutzt.

 

Ressourcen schonen

Lehmputz wird mit geringem Energieaufwand hergestellt. Der Abbau und die Veredelung von Lehmputzen fordern weder Landschaftszerstörung noch führen sie zu einer Verschmutzung von Luft und Wasser.

 

Aufbrennen(*) von Lehmputzen

Da Lehm im Gegensatz zu herkömmlichen Putzen nicht chemisch abbindet, können Lehmputze durch Wasserentzug nicht aufbrennen. Aufbrennsperren müssen daher nicht aufgebracht werden. Die Wandflächen sollten jedoch durch sparsames Besprühen vorgenässt werden, dies bindet Staub an der Oberfläche und verlängert die Verarbeitbarkeit.

 

Zusammensetzung von Lehmputzen

Lehmputze werden je nach Zusammensetzung, Korngröße, Zuschlägen und Mischungsverhältnissen unterschieden. conluto Lehmputze bestehen aus natürlichem Grubenlehm sowie Sand und sind je nach Putzart mit Strohhäckseln oder pflanzlichen Feinstfasern gemischt.

(*): Als Aufbrennen wird das starke Absaugen von Anmachwasser durch den Untergrund nach Aufbringen von Putz, Mörtel oder Farbe bezeichnet. Bei stark oder unterschiedlich saugenden Putzuntergründen wird dem noch feuchten Putz schneller das freie, ungebundene Wasser entzogen, als dieser es binden kann.

 

Wo werden Lehmputze eingesetzt?

Lehmputze sind vor allem für Innenräume geeignet, können jedoch auch im witterungsgeschützten Außenbereich eingesetzt werden.

 

Lehmputze werden nicht nur als Finishputze oder letzte Putzschicht verwendet, sondern ersetzen im Wohnungsbau immer mehr herkömmliche Kalk-, Kalkzement- oder Gipsputze. In Bädern oder Küchen werden Lehmputze an den Flächen eingesetzt, die nicht im unmittelbaren Spritzwasserbereich sind.

 

An Flächen mit sehr hoher Beanspruchung wie z. B. stark frequentierten Treppenhäusern und Fluren, ist im Einzelfall zu prüfen, ob sich ein Lehmputz eignet und welcher Lehmputz hier am besten vorzusehen ist.

Beispiel Arbeitsschritte:


Der alte Wandputz wird mit Haftgrund grundiert, um eine gröbere Oberflächenstruktur zu erhalten. 


Die erste Lage ist ein Spritzputz, der ca. 24 Stunden trocknen sollte, um dann mit der zweiten Lage den Oberflächenputz aufzubringen.


Hier sieht man links die zweite Lehmschicht nach dem Auftrag.


Die linke Seite wurde bereits mit einem Waschbrett geglättet, um eine ebenere Oberfläche zu erhalten.

 

Nachträgliche Veredlungsverfahren wie diverse Farbtöne, Lehmfeinputz etc. sind möglich. 


Sie haben Fragen zu Lehmputz?